Erfahrungs-
berichte
Visionssuche
«Ich ging vier Tage und vier Nächte hinaus, um meine Beziehung zu den Menschen zu klären. Was dabei heraus kam, war eine grosse Bestärkung auf meinem Weg und – zugegebenermassen durch schmerzvolle Momente hindurch – wurde die Visionssuche zu einer grossen Erfahrung von Selbstheilung. Ich kam nach Hause in einem ruhigen Gefühl von grosser Verbundenheit und tiefer Zugehörigkeit zu meiner Gattung. Dieses Gefühl hat auch nachher angehalten und prägt seither meinen Alltag und meine Beziehungen ganz neu. Ich habe den Ort in mir gefunden, wo ich weiss, dass ich liebesfähig, liebenswürdig und liebenswert bin.»
Ulla, 37 Jahre
«Sehnsucht nach Stille, nach mir selbst, rief mich auf, über die Schwelle in die Natur zu reisen. Eine Reise, durch das Rad der Zeit, durch auf und ab, hin und her, hell und dunkel. In den höchsten Höhen durfte ich verweilen, um in der tiefsten Tiefe durchzuhalten und schlussendlich zu sterben, um vielleicht neu zu werden. Wozu das alles? Vielleicht um zu erfahren, dass ich nicht die Wolken bin, sondern dieser unendliche, bezaubernde Sternenhimmel, die Wolken aber willkommen heisse, weil sie mir den Weg zu mir weisen, um zu erkennen, dass ich nie wissen werde, was ich wirklich bin. Und das Leben geht weiter, Wolken kommen und gehen, im Herzen trage ich den Sternenhimmel und jene Stille und übe mich, durch die Wolken das Licht zu erkennen, im Auf und Ab, im Hin und Her des Rades der Zeit.»
Anita, 33 Jahre
«Dunkle Wolken, Dauerregen und unpassierbares Gelände wirken auf uns alle ernüchternd und unterstützen uns gleichzeitig für die anstehenden Fragen in uns.
Mit 13 TeilnehmerInnen im Alter von 24 bis 65 aus der Schweiz, Österreich und Deutschland beginnen wir so die Vorbereitung auf den inneren Prozess.
Alles passt, so wie es ist...
In der kraftvollen Umgebung des Bielersees unter der professionellen Leitung von Ursula Seghezzi und Dieter-Georg Tremmel darf ich an den ewig wiederkehrenden Fragen des Lebens als Ältester teilnehmen:
Geburt und Tod als Beginn und Grenze des Hierseins - dazwischen die unerschöpfliche Quelle aus Suchbewegungen, Verweilen und neue Anfänge an jeder Stelle des Lebens - Umwege als neue Erfahrung zu erleben.
Mit dem plötzlichen Aufhellen des Himmels, den Hinweisen der uns in allem begleitenden Wesen geht es in den eigenen Focus von 4 Tagen und 4 Nächten.
Die für mich immer wieder berührende Klarheit der erlebten Zeit nach der Rückkehr der Teilnehmer und der Bekräftigung durch uns Leitende und Älteste, ist aus meiner Erfahrung die wirkungsvollste Begleitung in meinem Leben gewesen.»
Johann H., 61 Jahre, war als Ältester im Leitungsteam der Visionssuche 2007 dabei
Jahreszeitenrituale nach dem Europäischen Lebensrad
«Ich habe während 4 Jahren Jahreszeitenfeste gefeiert. Die viele Zeit, die wir dabei in der Natur verbrachten, habe ich sehr genossen. Meistens ist es mir gelungen, den Alltag hinter mir zu lassen, neue Energie zu tanken und zu mir zu finden. Nicht selten waren die Feste ausgelassen und fröhlich, manchmal aber auch anstrengend und herausfordernd. Aber immer bewegend. Das zyklische Weltbild, das ich neu kennengelernt habe, war für mich heilsam und hat meine Einstellung zu Leben und Tod grundlegend verändert. Und nicht zuletzt verbinde ich mit den Jahreszeitenfesten viele schöne Begegnungen mit anderen Frauen.»
Myriam, 28 Jahre
«Jahreszeitenfeste: Dem Jahr einen festen Rahmen geben, so wie ihn vielleicht unsere Vorfahren gelebt haben, mit der weiblichen Kraft unter den Füssen, den Gesängen im Herzen, den Tänzen im Körper und dem unendlichen Vertrauen ins Leben, eine Göttin an der Seite, im Wissen, dass ich nie alleine bin... das habe ich auf der Rigi er- und gelebt.»
Andrea, 28 Jahre
«Ich besuchte einige Vorträge und nahm an den Jahreskreisfesten auf dem Gruebisbalm am Fusse der Rigi teil und auch an einem Neujahrsritual. Ich musste es zuerst lernen, Gefühle mit Bewegungen auszudrücken, offen zu sein und dann aber zu erleben, dass erstens nie etwas gewertet wird und zweitens das Aufgenommensein in einer am Anfang fremden Frauengruppe. Sehr schön dünkte mich das draussen sein in der Natur und auch Lösungen dort zu finden. Für mich gab es einige Aha-Erlebnisse und Antworten, weil plötzlich aus allen verschiedenen Bereichen, wie Religion, Medizin, Naturwissen, Märchen...alles zusammen kommt und zu einem wird und nicht Konkurrenz sein muss. Es machte mich selbstbewusster, kritischer, ehrfürchtiger mir gegenüber und auch stolz, so zu sein wie ich eben bin. Die Folge davon ist, dass es mir immer mehr Mühe macht, wie unsere Politik, Versicherungen, Schulmedizin, Medien meinen, besser über uns Bescheid zu wissen als wir selber und über uns bestimmen.»
Trudy, 45 Jahre
Neujahrsritual
«Im Herbst 07 habe ich von einer Freundin erfahren, dass sie an der mehrteiligen Heldenreise des uma institutes teilnimmt. Was sie darüber erzählt hat, klang für mich fremd und zugleich auch spannend. Wochen später habe ich mir mal die Webseite des uma institutes angeschaut. Das Neujahrsritual – alte Dinge loslassen, Neue empfangen - hat mich besonders angesprochen. Trotzdem habe ich lange gewartet, bis ich endlich das Telefon in die Hand genommen habe, um mich anzumelden.
Mit gemischten Gefühlen und viel Gepäck machte ich mich an jenem Samstagmorgen mit einer Freundin zusammen auf den Weg nach Küssnacht. Die Begrüssung am Bahnhof war herzlich und der Transfer zu Hütte unkompliziert. Nach dem Einrichten sassen wir zum ersten Mal in der grossen Runde zusammen – versorgt mit Kaffee und Kuchen in der wunderbar geheizten Hütte. Obwohl Rituale für mich völlig neu waren und ich gegenüber reinen Frauengruppen eher skeptisch eingestellt war, hab ich mich sehr wohl gefühlt und konnte mit Hilfe von Ursulas Erklärungen mühelos in das Ganze einsteigen. Die Zeit alleine in der Natur, die Stunden am Feuer, das Singen in der Gruppe, das gemeinsame Essen waren für mich sehr eindrückliche Erlebnisse. Einerseits fühlte ich intensive Trauer, aber auch das Getragen sein in der Gruppe. Wichtig und tröstend war, den natürlichen, endlosen Kreislauf der Natur vom Geborenwerden bis hin zum Sterben so intensiv zu erleben. So ging ich am nächsten Morgen mit Vorfreude wieder hinaus in die Natur, um Zeichen für das neue Jahr zu finden.
Abgerundet wurde das ganze Ritual durch die Abschlussrunde, in der alle kurz erzählt haben, wie es ihnen ergangen ist. Dabei wurde von Ursula ‹nur› gespiegelt und weder interpretiert noch gewertet, was sehr passend war.
Die Wochen danach waren von etlichen Stimmungsschwankungen geprägt, wobei ich nicht sagen konnte, wovon diese herrührten. Das war für mich ziemlich irritierend und ich wusste nicht so genau, wie ich damit umgehen sollte. Heute, einige Monate später, stelle ich erstaunt fest, dass ich nicht mehr so verbissen am Suchen bin, sondern dass ich mich viel mehr aufs Finden konzentrieren kann, was sehr schön ist und mir auch mehr Gelassenheit bringt.»
Helene, 34 Jahre
Heldenreise
«Ich wollte wiedermal etwas nur für mich tun und so kam die Information zur Heldenreise 2006/07 gerade richtig. So habe ich mich, nach ein paar Klärungen der Details im Sommer, für die Heldenreise angemeldet. Die Erfahrung war durchwegs sehr positiv. Das Schönste für mich waren jeweils die 4h draussen alleine in der Natur, nichts tun zu müssen einfach nur zu sein und mich und die Welt um mich herum zu erleben. Ganze Geschichten liefen da ab, die ich mir vorher nicht vorstellen konnte, und da ist die Begegnung mit einem Fuchs das absolute Highlight. Seit meiner Heldenreise erlebe ich mich in meiner eigenen Welt irgendwie bewusster, oder besser gesagt verbundener mit allem. Mein Verständnis für die Natur ist noch stärker geworden. Besten Dank für diese Erfahrung an die Leitenden.»
Beda, 43 Jahre
«Wirkung: Inspirierend. Ich war überrascht, 4 Stunden im Winter alleine ohne körperliche Anstrengung draussen zu sein und mich in der Regel wohl zu fühlen. Ich habe Anregungen erhalten, wie sich gewisse Dinge in meinem Leben abspielen. Was da im Moment abläuft. Wirkung danach: Achtsamer und liebevoller mit mir selbst und anderen sein. Etwas, das ich als störend resp. nicht normal bei mir betrachte, als normalen Prozess anzuerkennen. Hilfestellung, um zu meinen Wurzeln zu finden.»
Evelyn
«Vier Stunden in der Natur zu sein war mal spannend, mal langweilig... das Lösen der Naturaufgabe mal schwierig, mal viel es mir einfach zu... das Spiegeln aufklärend – wahn-sinn-ig.
Ich bin achtsamer. Es ist so einfach: schau genau hin und du weisst, was du zu tun hast. Ich nehme den Lauf der Jahreszeiten viel intensiver wahr: schlafe mehr im Winter, weniger im Sommer, z.B. Ich vertraue auf den Kreis – in jeder Hinsicht. Alles kommt und geht... immer und immer wieder... und immer zu seiner Zeit.»
Andrea, 28 Jahre
«Ich bin mit der Gruppe Heldenreise 07/08 in Küssnacht durch die Jahreszeiten und deren jeweilige Qualitäten gereist. Das rituelle Eintauchen in das eigene Unterbewusstsein – mit der Natur als sehr klarem Spiegel dessen was ist - hat mich von der ersten Reise an berührt. Ich durfte zum ersten Mal im Leben erfahren, dass diese sogenannte innere Stimme auch in mir existiert und mir sehr konkrete Antworten auf meine Fragen gibt. Ich habe im Verlauf der Reise gelernt, dass viele Umstände des Lebens einem gewissen Ablauf (Qualität) folgen, so wie dies schon vor Jahrhunderten in den Märchen /Mythen erwähnt wurde. Dieses Wissen um die jeweilige Qualität lässt mich weniger mit mir hadern, gibt mir mehr Gelassenheit und macht mich handlungsfähiger.»
Renata, 38 Jahre
«Ich habe vor ca. einem Jahr an der Heldenreise teilgenommen. Während der Heldenreise habe ich keine speziellen Erkenntnisse gewonnen. Ich fühlte mich sauwohl in der Gruppe. Ca. ein halbes Jahr später waren dann meine Heldenqualitäten gefragt. Mir wurde ungerechterweise gekündigt. Mir kamen Sätze in den Sinn, die während der Heldenreise gefallen waren. Nach einer Krise folgt was Neues. Ich dachte an die Gruppe zurück. Das gab mir Trost und Mut und Kraft. Ein halbes Jahr später geht es mir wieder gut und ich konnte mit den Beteiligten Frieden schliessen. Ich bin stolz, dass ich der Krise nicht aus dem Weg gegangen bin.»
Hubert, 35 Jahre
«Als ich den Flyer der Heldenreise las, fiel es mir schwer, mir etwas darunter vorzustellen. Doch wenn wir im Leben Helden sein möchten, dann müssen wir auch einmal aus unseren Gewohnheiten ausbrechen und etwas wagen. So habe ich mich auf dieses Abenteuer eingelassen und habe es nicht bereut. Die Aufenthalte in der Natur haben mich vor allem in ihrer Einfachheit und Wirkung sehr beeindruckt und mir bei meiner persönlichen Entwicklung entscheidend geholfen. Gegenüber einem normalen Waldspaziergang überschritt ich bei den Heldenreisen eine symbolische Schwelle, vor der ich meinen geistigen Ballast ablegen und mit freiem Kopf in den Wald gehen konnte. Mit dem Wissen, dass die nächsten 4 Stunden mir und der Natur gehören, mit der Offenheit gegenüber allem, was auf mich zukam und einem bewussten und langsamen Gehen, war es mir möglich, dem nahe zu kommen, was man unter ‹im Moment leben› versteht. In diesen Momenten begegnete ich dann dem, der mir am meisten fremd ist: Nämlich mir selber. Die Natur ist bei diesen Begegnungen ein geduldiger aber auch unnachgiebiger Helfer. Da während den Heldenreisen sehr viel in Stille abläuft, war der Kontakt mit den anderen Gruppenteilnehmern nur beschränkt möglich. Doch es braucht nicht immer Worte, um sich näher zu kommen. Durch die gemeinsamen Tage im Wald entstand von Mal zu Mal eine tiefere Verbindung unter den Teilnehmern, so dass ich das Gefühl bekam, mit allen schon lange befreundet zu sein. Die bei den Heldenreisen gemachten Erfahrungen sind für mich eine bleibende Erinnerung, die mich auf meinem Weg immer begleiten wird.»
Alexander, 43 Jahre
Mittsommerritual
«i bi uf dr mörlialp derbi gsi – e wunderschöne naturort. Für me isch es sehr idrücklech gsi, soviu roti froue ir grüene natur. di wissi frou u die 2 schwarze froue hei das ganze abgrundet. usser dassi de chli agspannt wahrgno ha, hanis als einmaligs, agnähms wochenänd erläbt. es het klarheit für mis läbe bracht, viu anderi läbe zeigt, mi horizont erwiteret, ou trurig gmacht, die 2 täg si es gschänk a me sälber gsi, obwohli ned ganz i stimmig cho bi. es het alles platz gha wies grad gsi isch im momänt.»
Beatrice, 41 Jahre
Natur-Retreat (24-Stunden-Solo)
«Ich habe im Frühjahr 2006 an einem Natur-Retreat und 2006/07 beim Ritualzyklus ‹Heldenreise› teilgenommen. Beides waren eindrückliche und nachhaltige Erlebnisse. Das planlose Alleinsein in der Natur schaffte Freiraum für Unerwartetes und öffnete die Sinne. Anstatt Probleme zu analysieren findet man überraschende Einsichten am Wegrand. Auch wenn es mich manchmal Überwindung kostete, bei Wind, Regen und Schnee in den Wald zu gehen und in der Kälte auszuharren, bin ich immer mit viel Befriedigung und einem warmem Herzen heimgekehrt. Dazu beigetragen haben auch die hervorragende Leitung der Rituale und die Gruppe. Die Erfahrungsberichte haben bewegt, es wurde aber auch viel gelacht. Seither ist für mich jeder Aufenthalt im Wald eine Heimkehr. In meinem Leben ist einiges in Bewegung gekommen, schwierige Zeiten durchlebe ich mit mehr Gelassenheit und Vertrauen.»
Marcel, 42 Jahre
Ritualleitung seit 1995
«Seit vielen Jahren leite ich Ritualgruppen. Jedes Ritual ist anders, jedes Ritual berührt auf seine Weise tief. Bei den Ritualen wie Visionssuche oder walkAway für Jugendliche ist meine Aufgabe, dass ich als Ritualleiterin den Rahmen des Rituals halte. Ich bin dann während der Zeit, wenn die Teilnehmenden alleine in der Natur sind, im Basislager. Ich gehe dann aber meistens auch selber für einige Stunden in die Natur – eigene Themen gibt es ja immer. Bei den Jahreszeitenritualen liegt der Fokus mehr auf der Gruppenenergie, da bin ich dann nebst der Leitung immer auch als Teilnehmerin selber involviert im Geschehen. Ich plane zwar einen Ablauf und bereite das Ritual sorgfältig vor, dann aber lasse ich los und „schwimme mit“: es passieren immer unerwartete Wendungen, je nach Wetter, teilnehmenden Frauen und Männern, unvorhersehbaren Ereignissen. Ich bin dann selber überrascht und berührt und habe danach immer das Gefühl, dass nicht ich geleitet habe, sondern…?»
Ursula, 40 Jahre